Samedis.care wird nationales System für medizinisches Gerätemanagement in Kirgistan

Nach drei Jahren intensiver Arbeit haben wir das Projekt „Sector Program Health V – Component B: Sustainability" im April 2026 erfolgreich abgeschlossen. Finanziert durch die KfW Entwicklungsbank im Rahmen der deutsch-kirgisischen Finanziellen Zusammenarbeit, umgesetzt mit dem Gesundheitsministerium der Kirgisischen Republik, unter Konsortialführung von GITEC-IGIP gemeinsam mit Sana Medizintechnisches Servicezentrum, lokalen Partnern und uns als Samedis.care.

Worum es ging

Kirgistan stand – wie viele Länder – vor einem strukturellen Problem: Investitionen in medizinische Geräte und Infrastruktur fließen, aber Wartung, Lebenszyklusmanagement und belastbare Bestandsdaten fehlen. Ohne Inventar keine Planung. Ohne Wartung kein verlässlicher Klinikbetrieb. Ziel des Projektes war daher, ein nachhaltiges, landesweites System für Inventarisierung und Instandhaltung medizinischer Geräte im kirgisischen Gesundheitswesen aufzubauen.

Was jetzt läuft

Samedis.care ist dort produktiv im Einsatz und wurde vom Ministerium offiziell als nationales System übernommen. Stand März 2026:

  • 198 öffentliche Gesundheitseinrichtungen sind an das System angebunden – Tendenz weiter steigend, das DMMD rollt eigenständig weiter aus.
  • 46.613 medizinische Geräte sind inventarisiert. Bei der Übergabe an das Ministerium waren es rund 22.000 – der Rest kam durch die nationalen Teams selbst dazu. Das ist für uns der wichtigste Indikator: Das System wird getragen, nicht nur betrieben.
  • 1.713 Mitarbeitende – Biomedizintechniker:innen, Pflegeleitungen, Verwaltungspersonal – wurden im Umgang mit Samedis, Inventarisierung und präventiver Wartung geschult.
  • Sieben Regionen abgedeckt, vom Norden (Bischkek/Tschüi) über Osh, Batken und Jalal-Abad bis Talas und Naryn.

Die Verantwortung für den Regelbetrieb liegt beim Department of Medicines and Medical Devices (DMMD) und dem E-Health Center – genau dort, wo sie langfristig hingehört.

Wer das wirklich getragen hat


Wir bei Samedis.care haben die Software, die IT-Beratung und die Plattformthemen geliefert. Aber ein Projekt dieser Tiefe und Breite entsteht nicht aus Software. Es entsteht aus Medizintechnik-Fachwissen, Organisationsaufbau, Prozessdenken, Governance – und aus Menschen, die über Monate in Klinken, Regionalzentren und Ministerien arbeiten, um ein ganzes Land auf ein neues Niveau zu heben.

  • Die Kolleg:innen von GITEC-IGIP unter Leitung von Dr. Beatriz Cebolla haben das gesamte Projekt konzipiert, koordiniert und über drei Jahre durch Phasen, Regionen und institutionelle Wechsel getragen. Projektmanagement in diesem Umfang und in diesem Umfeld ist eine eigene Kunst – und die wurde hier auf sehr hohem Niveau ausgeübt.
  • Das Team von Sana MTSZ und Sana SKS unter Alexander RieferVadim KeilTino Jakob und Tina Breuer hat das medizintechnische Fundament gelegt: Gerätekategorien, Wartungskonzepte, PPM-Pläne, Risikoklassifizierung, Trainings für Biomedizintechniker:innen. Das ist das Rückgrat jedes nachhaltigen Wartungssystems – und ohne dieses Rückgrat wäre eine Inventar-Software nur eine leere Datenbank.
  • Meirovich Consulting unter Claudio Meirovich mit einem Blick auf institutionelle Strukturen, Zuständigkeiten und nachhaltige Verankerung, der in einem Projekt dieser Art oft den Unterschied zwischen einem gelungenen Rollout und einem langfristig tragfähigen System ausmacht.
  • Die lokalen Partner – LLC Family Medicine Specialists und die Public Association, vertreten durch Kurmanbek Mamayusupov und Kerez Kelishova – haben Zugang, Sprache, Vertrauen und institutionelles Verständnis mitgebracht, ohne die in Kirgistan kein Projekt dieser Größe funktioniert.
  • Das DMMD-Team und die Regionalkoordinator:innen sind über das Projekt hinausgewachsen. Sie haben nicht nur gelernt, das System zu bedienen – sie haben es übernommen, weitergetragen und in Eigenregie auf weitere Einrichtungen ausgerollt. Genau das war das Ziel.
  • 1.713 Techniker:innen, Pflegeleitungen und Verwaltungsmitarbeitende in den Einrichtungen, die morgens eine zusätzliche Aufgabe übernommen haben: Geräte erfassen, Wartungen dokumentieren, Prozesse ändern. Ohne diese Bereitschaft wäre das System Theorie geblieben.

Samedis ist in dem Projekt das Werkzeug. Das System entsteht durch die Menschen, die damit arbeiten.

Unser Beitrag zur Nachhaltigkeit: dauerhaft kostenfrei für öffentliche Einrichtungen

Beim letzten offiziellen Termin in Bischkek habe ich mit dem kirgisischen Gesundheitsministerium, vertreten durch Herrn Temirbek Erkinov, stellvertretender Gesundheitsminister für digitale Entwicklung, einen Lizenzvertrag unterzeichnet, der die Grundlage des Projekts langfristig absichert:


Samedis.care stellt die Plattform Samedis@Government dem kirgisischen Gesundheitsministerium für alle öffentlichen Gesundheitseinrichtungen zur Verfügung.

Damit ermöglichen wir, dass das Land Standards für alle setzen kann, und in weiteren Schritten die Hersteller, Lieferanten und Dienstleister sowie den privaten Sektor mit einbinden kann, um die Nutzung der Medizintechnik nachhaltig für die Patienten einsetzen zu können.

Warum wir das so machen

Wir sind ein Unternehmen, kein NGO – und trotzdem war das für uns keine schwere Entscheidung. Ein Land mit begrenzten Ressourcen baut gerade ein nationales System für nachhaltiges Medizintechnik-Management auf. Unsere Rolle darin soll nicht sein, Budgets abzusaugen, die in Ersatzteile, Schulungen und Reparaturen gehören. Unser Beitrag ist die Software, kostenfrei, verlässlich, dauerhaft. Der Rest – Governance, Datenqualität, Wartungskultur – wird in Kirgistan gebaut, von kirgisischen Institutionen und Fachleuten.

Was wir mitnehmen

Drei Jahre, sieben Regionen, ein Ministerium, ein Konsortium, unzählige Einrichtungen. Gelernt haben wir vor allem: Technologie ist der kleinere Teil. Der größere Teil ist das institutionelle Rückgrat – klare Verantwortlichkeiten, saubere Prikase als rechtliche Grundlage, solides medizintechnisches Fachwissen, und Menschen vor Ort, die das System zu ihrem machen. Genau das ist in den letzten Monaten passiert – und es ist vor allem das Verdienst der Kolleg:innen von GITEC-IGIP, Sana MTSZ, Sana SKS, unserer lokalen Partner und des DMMD-Teams.

Das Projekt ist abgeschlossen. Samedis.care in Kirgistan beginnt gerade erst.

– Yves Rausch, CTO, Samedis.care GmbH

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